Als Vater von drei schulpflichtigen Kindern im Landkreis Passau (Niederbayern) kann ich ein Lied davon singen, wie man heutzutage Eltern zu beschäftigen weiß. Das Schulsystem in Deutschland krankt an allen Ecken und Enden.
Auf Versagenssituationen, die anhand der Pisa Studien der letzten Jahre aufgetreten sind, wußte man von offizieller Seite nur mit mehr Druck zu reagieren. Kinder, wenn sie aufgrund des permanenten Leistungsdrucks unruhig werden, verweist man dann zu gerne mit Verdacht auf ADS und ADHS an Ärzte oder Psychater. Hierzulande greifen sogar Haus- und Kinderärzte vermehrt in unverantwortlicher Weise zum Rezeptblock und verordnen Ritalin zur Ruhigstellung dieser Kinder. Ein Medikament, das von der amerikanischen Drogenbehörde DEA als eine mit Kokain vergleichbare Droge eingestuft wird. Wegen der gefährlichen Nebenwirkungen zählt die Behörde Ritalin sogar an dritter Stelle gleich hinter Heroin und Kokain auf und weist ausdrücklich auf die Gefahr von Abhängigkeit hin. Ein unverantwortlicher Eingriff in die Psyche von wehrlosen Kindern.
Mit Projekten, wie “Klasse 2000″ versucht man die Kinder vor Suchtgefahren wie Rauchen und Alkohol zu schützen. Mit harten, medizinischen Drogen werden sie von anderer Seite her zu Junkies gemacht.
Gefährlich sind vor allem auch die meist verharmlosten Nebenwirkungen dieser Drogen. Dazu gehören unter anderem: paranoide Psychosen und Wahnvorstellungen, hypomanische und manische Symptome, Halluzinationen der Augen und Ohren (mitunter stärker als bei der Droge LSD), extreme Abkapselung, Angstzustände, Schlaflosigkeit, Suchtgefahr, psychische Abhängigkeit, Nervenzuckungen und Verkrampfungen, Aggressivität.
Von den berufstätigen Eltern, die nach der Arbeit keinen Kopf mehr für diese Problematik haben, werden diese Kinder dann zuhause noch mit Computerspielen sich selbst überlassen, Hemmschwellen absenken und Agressivität und Mordlust fördern.
Als Folgen dieser Entwicklung kann man in immer kürzeren Abständen von Amokläufen in den Medien erfahren (siehe Meißen, November 1999; Brannenburg, März 2000; Freising, Februar 2002, Erfurt, April 2002; Coburg, Juni 2003; Emsdetten, November 2006, Winnenden, März 2009). Dass die Täter schon längere Zeit vor der Tat mit schweren Psychopharmaka behandelt wurden, liest man meistens erst in einem Nachtrag, Wochen nach dem Ereignis. Dann wenn in das Ereignis bereits aus den Schlagzeilen verschwunden ist und die breite Öffentlichkeit kaum mehr Notiz davon nimmt.
Wo soll das alles noch hinführen?
