Jeder weiß es: Man kann eine Sache so erklären, dass es die Meisten einfach verstehen können. Andererseits lassen sich auch einfache Zusammenhänge so kompliziert darstellen, dass sie nur noch von Wenigen verstanden werden.
Die Qualität und Quantität dessen, was wir lernen hängt also auch davon ab, mit welcher Methodik wir den Stoff vermittelt bekommen. Nun sind wir aber erwachsen und jeder von uns hat ein gewisses Quantum an Lebenserfahrung. Vieles von dem, was wir täglich hören und sehen, können wir aus unserer Lebenserfahrung heraus ergänzen. Dies erleichtert uns das Begreifen von Zusammenhängen. Was ist aber mit unseren Kindern? Sie haben noch keine Erfahrungen. Sie haben keine Möglichkeit, schlecht vermittelte Zusammenhänge aus einem Vorrat an Lebenserfahrungen zu ergänzen.
Müssen wir nicht langsam die in unserem Regel-Schulsystem überwiegend angewandte Methodik in Frage stellen? An meinen Kindern kann ich erkennen, dass sich die Art und Weise, wie ihnen Lernstoff vermittelt wird, doch im Vergleich zu meiner Schulzeit gravierend verändert hat. Die Lerninhalte selbst, haben sich nicht verändert. Die in der Schule vermittelten Grundkenntnisse sind noch die selben, wie zu meiner eigenen Schulzeit. Jedoch die Methodik, wie unseren Kindern das beigebracht wird – da habe ich selbst oft Schwierigkeiten, überhaupt zu verstehen, was da gemeint ist.
Wie wertlos ist doch ein Schulsystem, wenn die Schüler am Nachmittag einen Übersetzer brauchen, der ihnen den Lernstoff vom Vormittag altersgerecht aufbereitet. Wie krank ist ein System, in dem die Lehrer danach beurteilt werden, was sie von sich geben und nicht danach, was ihre Schüler davon begreifen können?
Eine Radio oder Fernsehdokumentation, die zu umständlich dargestellt wird, schalte ich kurzerhand ab oder ich wechsle das Programm. Die Lehrer an der Grundschule dagegen, können wir nicht abschalten. Hier sind unsere Kinder üblicherweise dazu gezwungen, hinzugehen und zuzuhören. Leider gibt es zuviele Lehrkräfte, die ihre Energie und ihre Arbeitskraft für ihre eigenen Interessen und ihre Selbstdarstellung verschwenden. Pädogogen, die ihre Leistung an den Lernerfolgen ihrer Schüler messen, sind rar geworden.
Schulen müssen kindgerecht sein – nicht ‘lehrkraftgerecht’!
Sehen Sie dazu die ZDF Dokumentation aus der Reihe 37 GRAD:
Das Jahr der Entscheidung – wenn Kinder ihr Bestes geben
37 Grad begleitet vier Kinder ein Jahr lang und beobachtet, welchen Stress, welche Ängste und Sorgen sie in der vierten Klasse haben, bevor sie den unterschiedlichen Schulsystemen zugeteilt werden.


